Soziale Integration
Was hält moderne (Einwandererungs-)Gesellschaften zusammen? Der Begriff
soziale Integration hat im Projekt "Mediale Integration ethnischer
Minderheiten in Deutschland, Kanada und den USA" fundamentale Bedeutung.
Gestützt auf Emile Durkheim und neuere Gesellschaftstheorien wird er folgendermaßen
definiert:
Integration ist der erwünschte soziale Prozess, der die Teile einer
Gesellschaft (Individuen, Institutionen, Gruppen) unter Mitwirkung ihres
Bewusstseins mehr oder weniger stark zum Ganzen dieser Gesellschaft verbindet,
wobei sowohl Ähnlichkeit und Einigkeit der Teile als auch Verschiedenheit
und Auseinandersetzung zwischen ihnen in einem zu optimierenden Verhältnis
von Bedeutung sind.
Bei der Messung von Integration sind zu berücksichtigen:
- Stärke und Inhalt der Kommunikation zwischen den Teilen einer Gesellschaft,
- als Ergebnis der Kommunikation Ausmaß und Inhalt des Wissens
der Teile einer Gesellschaft übereinander,
- das Ausmaß der Partizipation zu integrierender Teile an den
gesellschaftlichen Institutionen,
- das Ausmaß der allgemeinen Akzeptanz kultureller Grundwerte,
- das Ausmaß an Pluralität und geregelten Konflikten zwischen heterogenen
Teilen, das eine Gesellschaft zulässt.
Es ist unschwer zu erkennen, dass dieser Integrationsbegriff sich erheblich
vom Begriff Assimilation unterscheidet, der im Hintegrund gesellschaftspolitischer
Debatten über den Umgang mit Migranten nach wie vor präsent ist.
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