Buchbesprechung
Su-Ellen Wang: Die Darstellung von Ausländern in den Medien.
Welches Bild Nachrichtenmagazine vermitteln.
Von Harald Bader
22. Januar 2008
Die Kosten der Buchproduktion sind durch die neuen technischen Möglichkeiten
erheblich gesunken. Wollte jemand früher ohne Druckkostenzuschuss publizieren,
blieben ihm nur ein marktgängiger Titel, der das kaufmännische Risiko rechtfertigte,
oder der Mikrofilm. Heute bieten book-on-demand-Verfahren eine schnelle und
billige Veröffentlichung. Das mag in der scienticic community nicht so angesehen
sein, bietet sich aber zuweilen an. Der Verfasser hat selbst von dieser Gelegenheit
Gebrauch gemacht. Eine Veröffentlichung um der Veröffentlichung willen ist aber
nicht immer gerechtfertigt, man muss auch Wesentliches zu sagen haben. Wir
begrüßen natürlich, wenn sich Studierende mit Medien und Migranten befassen,
aber eine ISBN dazu ist kein Zwang. Zumal, wenn wie hier zwischen Erscheinungsjahr
und Untersuchungszeitraum neun Jahre liegen. Die hier besprochene Düsseldorfer
Magisterarbeit untersucht die Migrantenberichterstattung von "Spiegel", "Focus"
und "Stern" von 1993 bis 1998 - Wangs Buch ist bereits historisch. Die quantitative
Inhaltsanalyse wurde sorgfältig ausgeführt, die theoretische Durchdringung und
insbesondere das Fazit sind aber nicht überzeugend. Und der von der Autorin
kritisierte Umstand, dass sich die drei Titel mit Geschädigten rechtsextremistischer
Gewalt solidarisieren, aber über Kriminalität von Migranten zu umfangreich
berichten, lässt den Leser fragen: Ja, soll denn ohne Mitgefühl für Verletzte
und Nennung der Täter berichtet werden? Ein Lektorat hätte diesem Buch gutgetan,
doch dann wäre es nicht erschienen. Der Autorin mag dieses Buch nützen, der
Gelehrtenrepublik nicht. Der hohe Preis von On-demand-Schriften dürfte den
Leserkreis ohnehin überschaubar halten.
Su-Ellen Wang: Die Darstellung von Ausländern in den Medien.
Welches Bild Nachrichtenmagazine vermitteln.
Saarbrücken: VDM 2007, 84 S., 42, -.
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