Migration, Integration und Medien
   


Monatsarchiv für März 2009

Werbepause

10. März 2009 von Harald Bader

An uns wurde der Wunsch herangetragen, auf einen deutsch-türkischen Studiengang hinzuweisen, den die Universität Mainz anbietet. Gern kommen wir dem nach. Das türkischsprachige Masterangebot “Sprache, Kultur, Translation” sei recht erfolgreich, heißt es vom Campus Germersheim, möglicherweise können Absolventen sich auch deutsch-türkischen Medienbeziehungen widmen. Das ist gerade in der Krise wichtig, denn Beziehungen von Mehrheit und Minderheit gedeihen eher während wirtschaftlich guter Zeiten.

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern?

9. März 2009 von Harald Bader

Die Personalie Steinbach ist auch unter Integrationsgesichtspunkten aufschlussreich. Ganz offenkundig passt die Interessenvertretung Betroffener nicht in die geschichtsphilosophische Welt des “Frankfurter-Rundschau”-Milieus. Man hat Entsprechendes auch von der Politik gehört, als es um die Frage ging, mit welchen muslimischen Verbänden man diskutiert. Großes Erschrecken, weil die zum Teil nicht mainstreamig genug sind. Die Folge ist, dass noch immer eher über als mit Migranten gesprochen wird - andererseits: Sollen Diskussionen daraus bestehen, dass alle einer Herkunft und Weltsicht sind? Dann muss man sich erst gar nicht treffen. Natürlich sind BdV und Ditib, um zwei Beispiele zu nennen, problematische Einrichtungen, aber zur Kenntnis nehmen muss man sie, denn die Welt besteht nicht ausschließlich aus Staatsräson.

Wir sind hier nicht in Seattle, Dirk

3. März 2009 von Harald Bader

Samy Deluxe hat sein Deutschlandlied geschrieben. “Dis wo ich herkomm” heißt es und ist als Single erschienen. Vielleicht etwas schräg, aber doch mit einer Aussage, die in ihrer Zerrissenheit belegt, dass der Sänger so deutsch ist, wie es die Verfechter national befreiter Zonen niemals sein können. Deluxe leidet an dem Land, das er liebt und ist damit in der seit 200 Jahren andauernden Debatte angekommen. Ich schrieb allerdings an dieser Stelle, dass man nicht jeden Trend mitmachen muss, auch nicht den melancholischen Patriotismus, das revolutionäre Pathos der Jugend (”Achtung tragen”, empfiehlt Schiller, keine Koketterie) oder Vergangenheitsbewältigung in Clipform. Auweia: Wenn die neuen Deutschen so neurotisch geworden sind wie die alten, haben sie sich assimiliert.

Soviel Aufbruch

2. März 2009 von Harald Bader

Im Hamburger Schauspielhaus ist die diesjährige “Woche der Brüderlichkeit” eröffnet worden, festlicher Höhepunkt der christlich-jüdischen Zusammenarbeit. Und angesichts der Vorgeschichte nicht ohne Bitterkeit. Seit der Spätantike lebten Juden dort, was später Deutschland werden sollte. Siebzehn Jahrhunderte haben nicht genügt, dass das Bundesvolk hier angstfrei leben kann. Gründe dafür haben sich immer finden lassen, kein Ruhmesblatt für Kirche und Nation. Brüder wären wir, wenn wir unsere Brüderlichkeit nicht proklamieren müssten. Fromm wären wir, wenn unsere Frömmigkeit nicht auf Kosten anderer gelebt würde.