Himmelfahrtskommando zurück
28. Juli 2008 von Harald BaderIm April schrieb ich an dieser Stelle über die geplante Aufnahme irakischer Flüchtlinge. Außer Geschwätz ist nichts passiert. Nun hat auch Wolfgang Schäuble sein Vorhaben zurückgezogen, unter Berufung auf den irakischen Ministerpräsidenten, der wider die Erfahrung die Stabilität seines Landes hervorhebt und für die künftige Entwicklung auf die Christen nicht verzichten will. Sicher könnten sie zum Wohl des Zweistromlandes beitragen, sofern man sie nicht vorher ausplündert, vertreibt, zwangsmissioniert oder totschlägt. All dies ist geschehen und geschieht noch. Aus einer humanitären Idee ist erst eine Scheindebatte geworden (man solle doch nicht bestimmte Gruppen bevorzugen) und dann eine kalte Abfuhr mit absurden Begründungen (Terrorismusgefahr oder eben jetzt die Hoffnung auf eine sich irgendwann bessernde Lage).
Die Flüchtlinge werden auf dem Altar der Beschönigung geopfert. Unser Innenminister ist mit dem einzigen Vorhaben von Belang, das ihm seine Amtszeit bescherte, gescheitert. Er dürfte daran leiden, klug genug, dies nicht kundzutun.
Die Europäer aber haben sich wieder einmal für Phrasen entschieden. Gewillt, die Toten zu ehren, aber an Lebenden elend zu versagen.
